Muttertät: Warum Mamawerden wie eine zweite Pubertät ist

Veröffentlicht am 28. Oktober 2026 um 12:35

Muttertät, auch Matreszenz genannt: Was in dir passiert, wenn du Mutter wirst, und wie du mit deiner neuen Rolle umgehen kannst.

Drei Momente aus Jennys Leben

WOCHE 3Jenny steht im Supermarkt vor dem Kühlregal. Sie wollte nur Milch holen. Das Baby schläft im Tragetuch, endlich. Sie hat zum ersten Mal seit Tagen zehn Minuten für sich. Und plötzlich weiß sie nicht mehr, welchen Joghurt sie eigentlich mag. Früher wusste sie das. Sie nimmt am Ende einfach irgendeinen.
MONAT 4Ihr Partner kommt abends nach Hause und erzählt von seinem Tag, von einem Meeting und einem Kollegen, der ihn geärgert hat. Jenny hört zu und merkt, wie etwas in ihr hochsteigt. Nicht Ärger über ihn. Eher ein Gefühl von: Sein Leben geht einfach weiter. Meins nicht. Sie sagt nichts. Sie räumt die Spülmaschine ein.
MONAT 9Eine Kollegin schreibt: „Wir vermissen dich! Kommst du zur Weihnachtsfeier?“ Jenny freut sich. Sie sucht ein Kleid heraus, das sie früher geliebt hat. Es passt, aber es fühlt sich fremd an, als wäre es das Kleid einer anderen Frau. Sie sitzt auf dem Bettrand, das Kleid auf dem Schoß, und fragt sich zum ersten Mal ganz bewusst: Wer bin ich eigentlich jetzt?

Sie geht nicht hin. Und fühlt sich schlecht dafür, dass sie nicht hingeht. Und genauso schlecht dafür, dass sie überhaupt gehen wollte.
Was Jenny erlebt, hat einen Namen: Muttertät, in der Fachsprache Matreszenz.

Die Muttertät ist die Verwandlung einer Frau zur Mutter. Und diese Verwandlung ist so groß, dass man sie bewusst mit der Pubertät vergleicht.

Die zweite Pubertät

Denk einmal an dich mit 14 zurück. Dein Körper hat sich verändert, und du hast dich darin manchmal fremd gefühlt. Deine Gefühle sind Achterbahn gefahren. Du hast dich gefragt: Wer bin ich eigentlich? Und dein Platz in der Familie hat sich verschoben. Du warst kein Kind mehr, aber auch noch nicht erwachsen. Genau das passiert in der Muttertät noch einmal.

In der Pubertät
In der Muttertät
Der Körper verändert sich
Der Körper verändert sich: Schwangerschaft, Geburt, Stillen, wenig Schlaf
Die Gefühle schwanken
Die Gefühle schwanken, oft mehrere gleichzeitig
„Wer bin ich?“
„Wer bin ich jetzt, außer Mama?“
Vom Kind zur Erwachsenen
Von der Frau zur Mutter
Der große Unterschied: Wenn eine 14-Jährige die Tür knallt, sagen alle: „Das ist die Pubertät, das geht vorbei.“ Man gibt ihr Zeit. Wenn eine junge Mutter verwirrt vor dem Kühlregal steht, sagt niemand: „Das ist die Muttertät.“ Von ihr erwartet man, dass sie glücklich ist und funktioniert.

Genau deshalb fühlen sich so viele Frauen wie Jenny allein. Sie denken, mit ihnen stimmt etwas nicht. Dabei stecken sie mitten in einer der größten Entwicklungen ihres Lebens.

Wie gehe ich mit meiner neuen Rolle um?

Eine Pubertät kann man nicht abkürzen. Die Muttertät auch nicht. Aber man kann sie leichter machen.

Gib dem Ganzen einen Namen

Allein zu wissen, dass es die Muttertät gibt, nimmt viel Druck heraus. Du bist nicht falsch. Du bist mitten in einer Verwandlung.

Erlaube dir beide Gefühle

Du darfst dein Kind über alles lieben und gleichzeitig dein altes Leben vermissen. Jenny durfte sich auf die Weihnachtsfeier freuen und trotzdem zu Hause bleiben.

Hör auf, dich zu vergleichen

Die eine Mama schafft scheinbar alles mit links. Die andere ist nach einem Vormittag erschöpft. Das sagt nichts darüber aus, wer die bessere Mutter ist, sondern nur, wie unterschiedlich wir angelegt sind.

Hol dir Unterstützung, ohne schlechtes Gewissen

Eine 14-Jährige braucht Menschen, die ihr den Rücken stärken. Eine junge Mutter auch. Unterstützung anzunehmen heißt nicht, dass du es nicht kannst. Es heißt, dass du weißt, was du brauchst.

Finde heraus, wie du als Mama gemeint bist

In der Muttertät verändert sich so vieles: dein Körper, dein Alltag, deine Beziehungen. Aber eines verändert sich nicht: wie du angelegt bist. Genau das zeigt dir Human Design.

Ein Beispiel aus meinem eigenen Chart

Damit du siehst, wie konkret das ist, nehme ich mein eigenes Chart als Beispiel. Stell dir eine junge Mama vor, die genau dieses Chart hat.

Manifestierende GeneratorinBauch-AutoritätProfil 1/3

Ohne Human Design

Sie macht alles, „weil es gemacht werden muss“.Als Generatorin hat sie viel Kraft, aber nur für das, wozu ihr Bauch Ja sagt. Für alles andere kämpft sie gegen sich selbst. Abends ist sie frustriert und manchmal richtig zornig.

Sie spürt den Druck von außen doppelt.Sagt die Schwiegermutter „Das Kind müsste doch längst durchschlafen“, ist sie sofort im Stress und will alles schnell erledigen.

Sie nimmt die Gefühle anderer auf.Weint das Baby, ist sie innerlich aufgewühlt. Ist ihr Partner gereizt, fühlt sie sich schuldig. Sie vermeidet Streit und verliert sich dabei selbst.

Sie zerdenkt alles.Nachts googelt sie, liest jeden Ratgeber und ist danach unsicherer als vorher.

Sie hält sich für eine schlechte Mutter,wenn etwas schiefgeht.

Mit Human Design

Sie hört auf ihren Bauch.Fragt ihr Partner „Soll ich heute das Baden übernehmen?“ und ihr Bauch sagt „Mhm“, sagt sie Ja. Wo ihr Bauch Ja sagt, hat sie Kraft. Wo er Nein sagt, darf sie abgeben.

Sie erkennt fremden Druck.Der Stress der Schwiegermutter ist nicht ihrer. Sie darf ihr eigenes Tempo gehen.

Sie fragt sich: Ist das mein Gefühl?So kann sie für ihr Baby da sein, ohne selbst unterzugehen.

Sie entscheidet nicht mit dem Kopf.Sie liest gern, weil sie eine sichere Grundlage braucht. Aber entscheiden tut ihr Bauch.

Sie darf Fehler machen.Ausprobieren ist ihr Weg. Ein Fehler zeigt ihr nur, was für sie nicht passt. Und: Ihre Identität geht nicht verloren. Sie muss sich nur wieder daran erinnern.

Was Jenny geholfen hat

Ein paar Monate später hat Jenny ihr Human Design Chart angeschaut. Und plötzlich ergab vieles einen Sinn. Warum sie nach einem Vormittag mit Baby so leer war, während ihre Schwägerin den ganzen Tag durchhielt. Warum sie Entscheidungen nicht im Moment treffen konnte, sondern Zeit brauchte. Und warum es ihr so wichtig war, gesehen zu werden.

Sie hat aufgehört, sich zu fragen: Warum schaffe ich das nicht? Und angefangen, sich zu fragen: Was brauche ich, damit es mir gut geht?

Das Kleid hängt immer noch im Schrank. Aber diesmal ist sie zur Feier gegangen. Nicht, weil sie musste. Sondern weil sie es wollte.
KOSTENLOS FÜR DICH

Wie bist du als Mama gemeint?

Wenn du mehr darüber wissen möchtest, was die Muttertät ist, lade dir mein kostenloses Heft herunter. Darin findest du dich in vielen Momenten wieder.

Heft kostenlos herunterladen

Und wenn du wissen möchtest, wie du ganz persönlich als Mama gemeint bist: schreib mir auf WhatsApp.

Raus aus dem Kopf, rein in den Körper, vertraue dir selbst.

Logo Human Design dein PotenzialSwetlana Schneider · Human Design dein Potenzial

Kommentar hinzufügen

Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare.